SV Empor Berlin e.V.

Der Kiezclub in Prenzlauer Berg

Wander-Highlights 2025

 

 

Erin, ein unerwünschter Wandergast an der Krummen Lanke (28.08.2025 Eckehard Heiber)

 

 

17 wanderlustige Frauen und Männer trafen sich am U-Bahnhof Krumme Lanke, um auf eine acht Kilometer lange Tour unter dem Motto „Park-Natur-Stadt-Kultur“ zu gehen. Hier im Südwesten Berlins findet man alles, was man braucht, um schön zu wohnen und auch seine Freizeit im Wald oder am Wasser zu verbringen.

Der derzeitige Endbahnhof der U-Bahn U3 wird vielleicht eines Tages (wer weiß so etwas in Berlin schon?) nicht mehr die letzte Station sein; geplant ist eine Verlängerung um ca. 800 m bis zum Mexikoplatz und damit zur S-Bahn. Die Bauarbeiten haben jedenfalls begonnen.

Vorbei am Krankenhaus Waldfriede ging es zum Vierling, einem wenig bekannten See in typisch märkischer Landschaft mit Hügeln, Kiefern und einem Reichtum an Wasservögeln. Für viele unbekannt schließt sich daran die bis 1937 erbaute SS-Kameradschaftssiedlung, heute Waldsiedlung Zehlendorf, an. Dieses Wohngebiet im Heimatstil wurde während der Herrschaft der Nationalsozialisten von der GAGFAH errichtet, um die mittleren und höheren Bediensteten der SS mit attraktivem und modernen Wohnungen in landschaftlich idealer Lage zu versorgen. Nach dem Krieg dienten die Häuser als Flüchtlingsunterkunft; inzwischen werden die meisten Wohnungen von Wohnungsunternehmen für die Allgemeinheit verwaltet.

Dann ging es in den Wald und dann kam Erin, der Ex-Hurrican, der uns zwar keinen Wind, dafür aber jede Menge Regen brachte. Der eigentlich wunderschöne Weg entlang des Ufers von Krumme Lanke mit seinen Badestellen und Ausblicken und Riemeisterfenn, durch die Dachsheide und das Lange Luch konnte von den unentwegten Wanderern nur unterm Schirm und mit Regenmantel wahrgenommen werden. Hinzu gesellten sich unendlich viele Mücken, die frisches Wandererblut reichlich genießen konnten. Vorbei an der Rodelbahn, die wohl schon jahrelang keinen Schnee mehr gesehen hatte, strebten die Wanderer trotz des zweifelhaften Wetters zum Bahnhof Onkel Toms Hütte.

Dennoch war die Begeisterung groß und die Laune prächtig. Viele wollen nun auch an der demnächst stattfindenden „Historischen Stadterkundung“ durch die Siedlungen rund um Onkel Toms Hütte, Argentinische Allee und Waldsiedlung wiederkommen.

 

 

Auf sonnigen Wegen am Scharmützelsee (14.08.25, Christine Thiele)

 

Trotz der prognostizierten 34 Grad haben sich 10 tapfere Wanderer auf den Weg von Bad Saarow nach Wendisch Rietz entlang des Scharmützselsees gemacht. Etwas unsicher waren wir, ob es wirklich die richtige Entscheidung war, bei diesen Temperaturen wandern zu wollen. Letztendlich wurde es ein wunderbarer Tag. Die Wege waren glücklicherweise tatsächlich meistens im Schatten gelegen.

Im Fontanepark von Bad Saarow wurden wir daran erinnert, daß Fontane auch humoristische Seiten hatten, wir lasen freche Sprüche von ihm (z.B. "Moral ist gut, Erbschaft ist besser").  Kurz danach gab es die erste Badepause im herrlichen See, das war eine willkommene Abkühlung. Nach etwa einer Stunde kamen wir an einer mit im Schatten stehenden Liegestühlen ausgestatteten Strandbar vorbei, hier ruhten wir uns aus und genossen erfrischende Getränke.

Gut erholt und neu motiviert ging es weiter nach Wendisch Rietz.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am dortigen Campingplatz gab es wieder eine schöne Badegelegenheit, die wir ausgiebig nutzten. Zudem gab es leckeres Softeis. 

Krönender Abschluß unserer Sommerwanderung war die Einkehr im Atelierscafe, dort saßen wir in einem gepflegten Garten und bekamen selbst gebackenen und sehr schmackhaften Kuchen serviert.

Gut gelaunt und zufrieden mit dem schönen Tag fuhren wir nach Hause.

 

 

Kiezspaziergang Friedenau -Lichterfelde am 12.07.25, Gerhard Meier

 

Der Friedrich-Wilhelm-Platz, mittig in Friedenau gelegen mit der Kirche Zum Guten Hirten, war Ausgangspunkt einer abwechslungsreichen Tour via Steglitz nach Lichterfelde für 9 Wanderer am 12.07.25.

Friedenau ist Ende des 19. Jahrhunderts planmäßig zunächst als Villenkolonie angelegt worden. Die bekannte Bildhauerin R. Sintenis, die u.a. den Berlinale-Bären schuf, wird mit dem Sintenisplatz gewürdigt. Von dort war es nicht weit zur Niedstraße, wo G. Grass, U. Johnson, Karl Schmidt-Rottluff und die Kommune 1 einst zu Hause waren. Entlang etlicher  Straßenzüge mit vielen Gebäuden in alter Bausubstanz, häufig mit kleineren Vorgärten, erreichten wir hinter dem S-Bf Feuerbachstraße das Bismarckviertel in Steglitz, wo alle 15 Straßennamen einen Bezug zum "eisernen Reichskanzler" Otto-von-Bismarck herstellen. Am Bäkepark, hatten wir einen ruhigen Pausenplatz, von woaus wir danach die Villenkolonie Lichterfelde erkundeten. Auffallend sind dort burgenähnliche Häuser mit Türmen und Zinnen. Gustav Lilienthal, nicht nur Flugpionier wie dessen Bruder Otto, war auch als Baumeister tätig und dafür verantwortlich, dass etliche Villen im englischen Tudorstil in Lichterfelde gebaut wurden, von denen etwa 20 heutzutage noch gut im Stadtbild zu bewundern sind. Nach 11 Kilometern erreichten wir das historische Bahnhofsgebäude von Lichterfelde-West, mit der Erkenntnis, dass es im Südwesten Berlins noch viel zu entdecken gibt.

 

 

 

Von durchgehenden Pferden und gefallenen Bäumen (09.07.2025, Brigitte Thiele)

 

 

Es muss keine lange Wanderung sein. Auch eine kurze Wanderung kann uns vor Augen führen, wie machtlos wir den Gewalten der Natur als Wanderer gegenüber stehen können. Unsere Wanderung am 9.7.2025 führte uns in das Tegeler Fließ. Dabei wollten wir sehr dicht am Ort Lübars vorbeilaufen. Lübars ist ja bekannt für seine Reiterhöfe und diese säumten unseren Weg in großer Zahl. Die Pferde standen uns freundlich gegenüber und wir ihnen ebenfalls. Bis wir dann an einen Reiterhof kamen, in dem die Pferde gerade in Panik gerieten. Ob das an uns gelegen hat, oder ob sie heute mit dem falschen Bein aufgestanden sind - wer weiß es? Jedenfalls tobten die Pferde wie wild durch ihre Koppel und plötzlich nahm eines der Pferde Anlauf und sprang direkt vor uns über den Zaun. Dass der Zaun unter Strom stand, war ihm vollkommen egal. Das zweite Pferd folgte und dann rasten alle anderen durch den inzwischen vollkommen niedergetrampelten Zaun hinterher. Wir blieben wie versteinert stehen. Damit hattte niemand gerechnet. Wir waren nur froh, dass die Pferde vor uns durchgebrochen waren und auch sofort weiterrannten. An ein Weiterlaufen auf diesem Wag war für uns nicht zu denken. Wir gingen einen anderen Weg und schauten misstrauisch um jeden Busch, ob dort die Pferde sein könnten. Alles ging gut. Aber dann kamen wir an das Tegeler Fließ und waren entsetzt, wie es dort nach den beiden Stürmen der vergangenen Woche aussah. Umgestürzte Bäume säumten unseren Weg. Sie lagen dicht an dicht. Und da muss ich dem Grünflächenamt und auch dem Forstamt ein großes Lob aussprechen. Nach den wenigen Tagen seit dem letzten Sturm waren fast alle Wegabschnitte bereits beräumt und passierbar. Vor wenigen Tagen hätten wir diese Wanderung mit Sicherheit nicht durchführen können. Jedenfalls hat diese Wanderung gezeigt, wie wachsam wir auf unseren Wanderungen sein müssen und wie gefährlich es wird, wenn man die Natur unterschätzt. Und eine Gefahr kann ganz plötzlich auftauchen, besonders dann, wenn niemand damit rechnet.

 

 

Das Wunder von Boitzenburg am 18.06.25 (Brigitte Thiele)

 

 

Wenn man sich auf etwas besonders freut, ist es dann um so enttäuschender, wenn das Vorhaben nicht klappt. Und so haben wir am Mittwoch Morgen, 18.06.2025, eine Gruppenenttäuschung gepflegt. Der größte Teil der Gruppe stand mit einem brechendvollen Regionalzug irgendwo auf der Strecke und der Rest trampelte unruhig und zunehmend besorgter in Bernau von einem Bein auf das andere. Entsprechend der wachsenden Verspätung des Zuges wurden auch unsere Gesichter immer länger. Das Problem war, dass wir Anschlussbusse benötigten, um nach Boitzenburg zu kommen. Die waren angemeldet, denn dort fahren meistens nur kleine Busse. 20 Minuten Zeit zum Umsteigen von Bahn auf Bus sind uns eigentlich ausreichend erschienen. Als aber die Anzeige am Bahnhof

25 Minuten Verspätung anzeigte, musste der Anschlussbus schweren Herzens storniert werden. Beide Seiten fluchten, sowohl die Wanderleiterin, als auch der freundliche Mitarbeiter des Uckermärkischen Busunternehmens.

 

Als der Zug dann schließlich kam, sind wir trotzdem bis Wilmersdorf, unserem Umsteigebahnhof gefahren, in der festen Absicht, uns den Tag auch ohne Boitzenburg so schön wie möglich zu machen. Aber natürlich schwang in diesem Gedanken etwas Wehmut mit. Am Bahnhof standen zwei kleine Busse, einer davon war unsere Linie, aber das war der kleinere.

Die Busfahrer staunten, dass wir doch noch angehechtet kamen und wir staunten, dass wir noch in der Zeit lagen. Damit hatten wir nicht mehr gerechnet. Da unser Linienbus zu klein und der andere etwas größer war, haben die beiden Busfahrer kurzentschlossen ihre Fahrroute getauscht.

Und wir haben ganz genau in den größeren Bus gepasst und hatten sogar alle Sitzplätze. Und dann teilte uns der freundliche Busfahrer auch noch mit, dass er uns, ohne dass wir in Haßleben umsteigen müssten, bis Boitzenburg fahren würde. Unsere Dankbarkeit kannte keine Grenzen. Und unterwegs haben wir sogar noch eine Teilnehmerin "eingefangen", die völlig anders als wir gefahren ist, weil es auch bei ihrer Bahnverbindung Probleme gab. Damit sind wir vollzählig in Boitzenburg angekommen. Ist das nicht heutzutage fast ein Wunder?

 

Und der Tag in Boitzenburg? Er war wunderschön. Bei herrlichem Wanderwetter wurden das Schloß mit Ah und Oh bestaunt, versucht nachzuempfinden, wie einst das Kloster ausgesehen hat, die liebevollen Inschriften an den Findlingen gelesen, der morbide Charme des Erbbegräbnisses der Arnims bestaunt und manch alte Gebäude betrachtet.

Und zum Schluß gab es etwas Leckeres in der Schokoladenmanufaktur.

 

Nach Hause sind wir dann nur mit leichter Verspätung gekommen und auch das war ein Wunder, denn nachmittags fielen die Züge reihenweise aus, nur unser nicht.

 

 

 

Geführte Kräuterwanderung m Bretterschen Garten am 26.4.25 (Gerhard Meier)

 

Am 26. April war der Brettersche Graben in Erkner das Ziel einer Wanderung. Der Graben, aus Zeiten der Friderizianischen Binnenkolonisation, wurde zur Entwässerung der Wiesen zwischen Spree und Dämeritzsee im Jahre 1755 erbaut. Bei bestem Frühlingswetter erreichten 16 Wanderer mit WL Gerhard Meier pünktlich um 10 Uhr  den Treffpunkt an der Brücke in der Buchhorster Straße,  von woaus uns "Kräuterfee" Frau Braune fachkundig die Vorzüge der Kräuter rechts und links des Weges erläuterte. Wir erfuhren, wofür Brennessel, Giersch, Gundermann, Sauerampfer etc. für die Gesundheit förderlich sind. An einem idyllischen Pausenplatz an der Spree verwöhnte uns Frau Braune mit Bauchwehtee, Baguette und selbst hergestellter Kräuterbutter. Die Wanderung fand großen Anklang, sodass für die "Kräuter im Herbst" bereits ein Folgetermin vereinbart wurde. Im Anschluss der Tour ging es über den Fontaneweg nach Woltersdorfer Schleuse, wo im Gasthaus Brauhaus eine fröhliche Schlusseinkehr im Biergarten mit Blick auf den Flakensee die interessante Kräuterwanderung abrundete.

 

 

 

Schnell mal ins Allgäu am 2.4.25 (Brigitte Thiele)

 

 

Für die meisten von uns war die Wanderung in der Buckowseenrinne eine Wanderung ins "Blaue", denn niemand kannte diese herrliche Landschaft (außer natürlich der Wanderleiterin, aber die hatte vorher nichts verraten). Ins Blaue heißt hier aber nicht nur, dass Neuland betreten wurde, sondern man kann es auch wörtlich nehmen, denn strahlend blauer Himmel ließ die wie eine weiße Wolken blühenden Wildpflaumenbäume richtig leuchten. Was uns auf der Wanderung erwartete, war der hübsche kleine Ort Blütenberg mit seinem netten, kleinen Gutshaus und eine Landschaft, die ans Allgäu erinnerte. Sanfte grüne Hänge, darin eingebettete Teiche, wie auf eine Kette aufgefädelt, lichte Wälder und natürlich Kühe, die uns mit Muhen begrüßten (oder beschimpften. Wer kennt schon die Kuhsprache?). Nur das Kuhglockenläuten fehlte. Dafür bot sich uns aber viel Abwechslung auf unserem Weg. Blütenteppiche erwarteten uns am Großen Buckowsee und eine noch idyllisch ruhige Badestelle. Voller Eindrücke kehrten wir nach Hause zurück, noch den Honigduft der Pflaumenblüten in der Nase, das Muhen der Kühe im Ohr und die Farbenpracht des erwachenden Frühlings in den Augen. Es war eine Wanderung für alle Sinne.

 

 

 

Wanderung "Spandau mal so richtig ausführlich" am 19.2.25 (Brigitte Thiele)

 

Wachen Auges, aber unsicheren Schrittes schlitterten wir am 19.2.2025 durch Spandau. Das Wetter war traumhaft - die Wege leider nicht. Eis und Schnee hatten ihre Spuren hinterlassen. Das hielt uns aber nicht davon ab, statt unseren Blick sicherheitshalber nur auf unsere Füße zu richten, auch nach rechts und links zu schauen, was es zu entdecken gab.. Denn da gab es gab einiges zu sehen. Das waren nicht nur die hübschen alten Häuser, die Reste der Stadtmauer, die alten Betriebe, in denen neue Betriebsamkeit herrscht, die teils zugefrorenen Flüsse und Kanäle oder einfach nur der Schnee, der in der Sonne glitzerte und leuchtete. So wurden selbst die Pausen zu einem Erlebnis. Da waren auch die kleinen Dinge, die man sonst nicht erlebt. Auf der Zitadelle saßen Fischreiher wie Wächter, schön auf Abstand aufgereiht und beobachteten das Wasser. In einem Kinderbauernhof machte der Fuchs seine Runde, um zu sehen, ob bei den Hühnern und Kaninchen noch alles in Ordnung war. An der Motorworld, zwischen alten und neuen Autos, stand plötzlich ein Pferd (nanu?) und wartete auf einen Reiter. Und auf der fast zugefrorenen Havel setzten die Wasservögel vorsichtig einen Schritt vor den anderen bis ein Eisbrecher kam und die Eisdecke aufriss. Sofort stürzten sich die Vögel unter lautem Geschrei in die freie Wasserrinne, froh, nun wieder schwimmen zu können.

Wer beim Wandern seine Augen und Ohren offenhält, kann so manches Unerwartete beobachten. Zum Schluss sagten selbst die Teilnehmer, die Spandau schon gut kannten, auch für Sie wäre viel Neues dabeigewesen und sie hätten die Wanderung genossen. Vor allem waren wir alle froh, nicht doch unfreiwillig ins Rutschen gekommen zu sein.

Fazit: Tolles Wetter, schöne Erlebnisse und alle heil geblieben!

 

Wanderung Ein Grenzturm an der Havel - von Ufer zu Ufer am 13.3.25  (Christine Thiele)

 

Die heutige Tour führte uns von Hennigsdorf nach Tegel - immer entlang eines Ufers.

Nach einem kurzen Weg durch Hennigsdorf gelangten wir schnell an die Havel und wanderten auf dem Mauerweg am Havelufer zunächst nach Nieder Neuendorf. Hier informierten wir uns über die besondere Rolle dieses ehemaligen Grenzturms, welcher als Führungsstelle für 18 weitere Wachtürme diente und jetzt ein Museum beherbergt. Anschließend ging es durch den Spandauer Forst zum Jagdhaus Spandau, wo wir pausierten und den freien Blick auf die breite Havel genossen. 

Immer wieder begegneten uns Kanadagänse mit ihren charakteristischen schwarzen Hälsen.

Weiter ging es über architektonisch beeindruckende Havelbrücken zum Aalemannufer und weiter in Richtung Spandau Hakenfelde. Hier konnten wir einen Eindruck vom neu entstandenen und weiter entstehenden Stadtteil gewinnen.

Schließlich hatten wir den Tegeler See erreicht und wanderten an seinem Ufer bis nach Tegel - immer mit Blick auf den See und seine Inseln. Kurz vor Tegel bewunderten wir die großformatige Wandmalerei an den 42m hohen Hochhäusern. Nach 20 km erreichte wir zufrieden und etwas erschöpft den S-Bahnhof Tegel.

 

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